Rufbereitschaft im pastoralem Raum Gelderland – erreichbar rund um die Uhr für seelsorgliche Notfälle
Manche Situationen dulden keinen Aufschub: Wenn ein geliebter Mensch im Sterben liegt; wenn plötzlich seelsorglicher Beistand gebraucht wird. Für solche Momente gibt es seit Juli 2025 im pastoralen Raum Gelderland eine gemeinsame Rufbereitschaft.
Alle Kirchengemeinden tragen dieses Angebot miteinander – und unsere Seelsorgerinnen und Seelsorger sind so rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, für seelsorgliche Notfälle erreichbar.
Bitte scheuen Sie sich nicht, im Ernstfall anzurufen. Diese Rufnummer ist genau dafür da, wenn Sie dringend Beistand benötigen – etwa am Sterbebett oder in anderen Krisen.
Rufbereitschaftsnummer: 02831 – 99 24 55
Wir sind da, wenn es darauf ankommt.
Ihre Seelsorgerinnen und Seelsorger im pastoralen Raum Gelderland
Über unser Zentrales Pfarrbüro können Sie ebenso während unserer Sprechzeiten Kontakt aufnehmen: Tel.: 02831 97670.

Lieber Dieter, in diesem Jahr schaust du auf 40 Dienstjahre in unserer Pfarrgemeinde St. Maria Magdalena zurück. Viele Menschen hier in Geldern und Umgebung kennen dich. Einige, die den Pfarrbrief lesen, vielleicht aber auch nur vom Sehen oder Hören. Magst du zuerst einmal etwas über dich erzählen. Wo kommst du her? Wie bist du nach Geldern gekommen? Wie ist deine private Situation?
Geboren bin ich in Bad Wildungen, aufgewachsen in Netze, einem kleinen Dorf bei Waldeck am Edersee. Mit 10 Jahren habe ich erste Schritte im Klavierunterricht unternommen und bin von dort früh zum Orgelspiel gekommen. Bereits mit 14 Jahren habe ich meine erste Messe gespielt.
Nach dem Abitur wollte ich unbedingt nach Aachen zur Kirchenmusikschule St. Gregoriushaus und habe auch auf Anhieb die Aufnahmeprüfung bestanden. Heute ist diese Hochschule leider geschlossen. Um das A-Examen abschließen zu können, muss man ein öffentliches Orgelkonzert und ein Chor- und Orchesterwerk aufführen. Da überschlugen sich manche Ereignisse. Am 26.7.86 haben meine Frau Birgit und ich geheiratet, am 1.8.86 habe ich die Stelle in Geldern angetreten. Ich stand mit 23 Jahren vor einem großen, unbekannten Chor und hatte acht Wochen später die große „Cäcilienmesse“ von Charles Gounod zu dirigieren. Das war eine wirkliche Feuertaufe.
Es folgten das Chorkonzert fürs Kantorenexamen und ein Orgelkonzert in Rheindalen, damit war das A-Examen bestanden. In den nächsten vier Jahren absolvierte ich noch an der Musikhochschule Köln die „künstlerische Reifeprüfung“ und das Konzertexamen.
In diesen Jahren der Herausforderungen durch die Prüfungen haben wir unsere Familie gegründet. Von 1989 bis 1996 wurden unsere vier Töchter geboren. Dadurch, dass ich meinen Arbeitsplatz so nah an unserer Wohnung hatte, war ich viel für die Familie sichtbar und greifbar. Gleichzeitig musste die Familie an allen kirchlichen Festen immer Rücksicht nehmen. Meine Frau ist ebenfalls Kirchenmusikerin, das hieß für unsere Kinder z.B. an Weihnachten immer „Warten“, Dienst in der Kirche hatte eine hohe Priorität. Aber die Familie hat meinen Beruf immer mitgetragen und sie hält mir bis heute den Rücken frei. Sie haben die Musik auch ins eigene Leben integriert, was mir eine große Freude ist.
Als du hierherkamst, bist du in große Fußstapfen getreten. Vor dir war lange Herr Feierabend hier. Natürlich kamst du auch mit eigenen Ideen. Was waren deine Vorstellungen bzw. deine Idee bezüglich der Kirchenmusik hier in St. Maria Magdalena?
Ich habe mir die Frage gestellt: Was können wir uns zutrauen, was können wir wagen? Immer wieder habe ich bewahrheitet gesehen, dass Menschen mit ihren Aufgaben wachsen. Und so haben wir uns an große Werke herangetraut: Den „Elias“ von Mendelsohn-Bartholdy, den Messias von Händel, die Matthäus-Passion von Bach, das Verdi-Requiem und viele Werke mehr. Es war meine Vision, die Großwerke der Kirchenmusik hier in Geldern zum Erklingen zu bringen. Im Laufe der Jahre ist da auch einiges zusammengekommen.
Für die Kinder gründete ich den Kinderchor und eine Orff-Gruppe, für die Erwachsenen ein Jahr später einen Flötenkreis – „Orbis tibiarum“ – , der regelmäßig Gottesdienste in der Pfarrkirche mitgestaltet. Während es den Kinderchor heute nicht mehr gibt, besteht der Flötenkreis immer noch. Daneben gibt es noch die Choralschola und das Vokalensemble MM.

Als du kamst, gab es den großen Chor und es gab die Reihe der Geistlichen Konzerte. Beides hast du fortgeführt, aber sicherlich auch deinen eigenen Stil gegeben. Hast du was verändert?
Den Förderkreis Geistliche Konzerte gab es schon seit 17 Jahren, als ich nach Geldern kam. Die reinen Orgelkonzerte habe ich umgestaltet in „Orgel plus“, heißt: Orgel mit einem anderen Instrument oder mit Gesang. So gab es ein gemischteres Programm.
Und dann wurde ein neues Markenzeichen von dir geschaffen: der Kinderchor mit seinen Gottesdienstgestaltungen, aber auch mit den großen Aufführungen in der Aula am LMG. Wie waren da die Anfänge? Warum hat diese Ära ein Ende gefunden?
Ja, den habe ich sehr schnell gegründet, um die Familiengottesdienste musikalisch zu begleiten. Viele hundert Kinder haben im Laufe der Jahre die Freude am Singen gefunden. Später führten wir mit den Kinder Märchenspiele auf, bei denen wir von den Liedern über die Texte bis zu den Kostümen und den Kulissen alles selbst gestalteten. Angefangen hat es mit einem Zimmertheater im Probenraum, später in der Anne-Frank-Schule und zum Schluss füllten wir dreimal die Aula am Lise-Meitner-Gymnasium.
Es gab eine enge Verwobenheit der Michael-Grundschule und Adelheid-Grundschule mit unserer Kirchengemeinde. Die Lehrerinnen waren Gemeindemitglieder, sangen im Kirchenchor mit, lebten Schule und Kirche ganz eng. Dadurch fand auch der Kinderchor große Unterstützung bei den Grundschulen.
Aber im Laufe der Jahre nahmen die Freizeitangebote zu, die Kinderzahlen gingen zurück. In Spitzenzeiten hatten wir über 100 Kinder im Kinderchor. Den ersten großen Knick gab es durch die Corona-Pandemie, als das Singen und Zusammenkünfte verboten wurden.
Darüber hinaus ließ die Anbindung an Kirche und Gemeinde nach, die Missbrauchsskandale taten ihr Übriges, dass Familien sich von der Kirche abgewendet haben. Der jahrelange Wegzug der Michaelschule und der Offene Ganztag waren dann das endgültige Ende des Kinderchores.
Unser Pfarrbrief steht in dieser Ausgabe unter dem Thema „Da habe ich dich getragen“. Denkst du, dass Musik auch tragen kann?
Davon bin ich sehr überzeugt. Musik kann das Wort, das Gottes-Wort begleiten, gerade im Gottesdienst, im Glauben, im Spirituellen. Musik stützt den Glauben und stärkt die Emotionen. Wenn ich an die Coronazeit denke, als wir nicht mehr singen durften, habe ich mich gefragt, wie wir jetzt Kirche leben, Gottesdienste feiern können? Da Instrumente gespielt werden durften, haben wir den 10.30-Uhr-Gottesdienst in der Pfarrkirche gestärkt, indem ich jeden Sonntag andere Musiker*innen eingeladen habe. Die Musik trägt den Gottesdienst und der Gottesdienst trägt die Menschen. So sollte es jedenfalls sein. Musik stärkt das verkündete Wort, sodass man gestärkt und getragen nach Hause gehen kann. Das haben wir versucht – und bis heute beibehalten, denn die Musik ist eine Quelle, eine Bereicherung, ein tiefer Schatz.
Aber unabhängig von der Coronazeit ist Musik eine tragende Säule in unserer Pfarrei. Wir haben an verschiedenen Orten noch große Chöre, die auch Gemeinschaften sind. Da wissen die Sängerinnen und Sänger, wie es den anderen geht, die in der Chorprobe neben einem sitzen. Da wird Freud und Leid miteinander getragen und geteilt. Und Musik ist das stärkende und verbindende Element. Mein persönlicher Dank geht an die vielen ehrenamtlichen Menschen, die mich in hohem Maße unterstützen, das Seelsorgeteam, aber auch an die Gemeindemitglieder mit den vielen wertschätzenden Rückmeldungen.
Wenn du heute auf 40 Jahre Kirchenmusiker-Leben zurückschaust, was ist dein Fazit?
Die Arbeit macht mir bis heute Freude, der jetzige Weg ist beglückend. Ich darf gestalterisch tätig sein und darf die Musikideen, die ich habe, umsetzen. Ich entdecke immer wieder neue Ansätze in der Musik, gerade wenn ich ein großes Chorwerk wiederhole.
Ich glaube, es ist stimmig, wenn ich sage, der Beruf ist mein Leben und mein Beruf ist Berufung. Mir wurde das Talent des Musizierens geschenkt, und ich hatte die großartige Möglichkeit, es zu meinem Beruf zu machen. Einmal bin ich auf eine Spruchkarte gestoßen: „Wenn du liebst, was du tust, musst du nie mehr arbeiten.“ Das nehme ich für mich in Anspruch. Ich lebe meinen Beruf immer, er endet nicht an der Wohnungstüre. Ich separiere nicht in Familie, Beruf, Freizeit, sondern es ist alles eins. Das ist ein Privileg, und dafür bin ich sehr dankbar.
Das ist ein wunderbarer Schlusssatz. Da bleibt uns beiden nur noch, die Leserinnen und Leser zum Pfingsthochamt einzuladen. In diesem Gottesdienst feierst du auch dein Jubiläum. Samstag, 23. Mai um 17 Uhr wird die „Cäcilienmesse“ von Ch. Gounod gesungen, gestaltet vom Chor an St. Maria Magdalena, Solisten und Mitgliedern der Duisburger Philharmonikern in einer großen sinfonischen Besetzung.
Das Interview führte Monika Eyll-Naton

Auch in diesem Jahr feiern wir in unseren Ortschaften Familiengottesdienste mit Palmweihe.
Die genauen Orte und Uhrzeiten finden Sie hier:
Bringen Sie hierzu bitte eigene Palmzweige (oder Ähnliches) mit. In den Kirchen wird es nur eine geringe Anzahl an Palmzweigen zum Mitnehmen geben.

Auch in diesem Jahr findet gemeinsam mit der evangelischen Kirchengemeinde Geldern der ökumenische Kinderbibektag – kurz KiBiTa – statt.
Hierzu laden wir herzlich am 31.03.2026 ab 09.30 Uhr in das ev. Gemeindezentrum ein. Um 14.45 Uhr lassen wir dann diesen Tag in einem gemeinsamen Abschlussgottesdienst ausklingen.
Wir freuen uns auf einen schönen, bunten und ereignisreichen gemeinsamen Tag!
Anmeldungen bitte über die beiden Pfarrbüros inkl. Zahlung des Tagesbeitrages.


